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Crate Diggers Guide 1 & 2
What do you know about crate diggin`...
Kommen wir mal zum Plattenchecken oder Crate Diggin`, wie es so schön im anglo-amerikanischen heißt. Viele machen es und nicht alle reden gern darüber. Auch wenn der Markt sehr gut mit Re-Issues versorgt wird, rare LP-Tracks zum ersten Mal auf Seven-Inch gepresst Sammlerherzen erfreuen, ist und bleibt es einer Spezies vorenthalten, weiterhin die Originale in staubigen Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkten ausfindig zu machen. Es ist schon fast eine Trüffelschweinmentalität, die an den Tag gelegt werden muss, um zu einem befriedigenden Resultat zu gelangen. Viel Zeit geht dabei natürlich auch drauf. Der Preis dafür sind Adrenalinkicks, wenn man ein rares Stück Musikgeschichte in den Händen hält und dafür nur ein Witz von Preis - im Vergleich zum Wert - gezahlt hat. Madlib promotet ja seine Leidenschaft permanent bei den beiden Alben seines Alter Ego Quasimoto. J.Rawls, Dj Spinna, Zuzee etc. tun es auch und das schadet, wenn, dann nur ihrem Geldbeutel. Von den Über-Crate-Diggern Kon & Amir will ich gar nicht anfangen, jeglicher Klärungsbedarf ist auf deren `On Track´-Mixtapes nachzuhören! Internetportale wie Ebay, Gemm und andere Börsen sind auch legitim, aber längst nicht so spaßig, wie sich beim Teuchtler einen ganzen Nachmittag um die Ohren zu hauen. Jeder sucht anders und was anderes. Das macht das Ganze so vielschichtig und schwer greifbar oder verständlich. Deshalb habe ich ein paar Kollegen jeweils die gleichen Fragen gestellt - bezüglich ihrer Sucht und ihrer Vorlieben... 1. Wann hast Du Dich mit der Diggin-Krankheit infiziert? 2. Was sind Deine Liebling-Styles/ -Sounds, wohin hat sich das über die Jahre mehr verlagert? 3. Wo sind die Lieblingspots zum Diggen? Flohmarkt, Städte, Länder, Internet. 4. Auf was achtest du beim Diggen? Label, Artist? 5. Sammler, DJ, Produzent? Wo liegt der Unterschied beim Suchen: Ob zum Produzieren, Sammeln oder Auflegen? 6. Was war Dein bester Dig, die günstigste geschossene Scheibe? Wo, wenn du dich daran erinnern kannst. 7. Tip. Henry Storch/Düsseldorf (Unique Records & Club Nights, in Sachen Northern Soul & Rare Groove auflegen weltweit unterwegs) 1. ´82 habe ich alles an beatles gesammelt,dann remains dann garage funk und ab ´86 northern soul! 2. eigentlich suche ich funk/soul/beats , songs/sounds die beständig sind und eine `welle´ überleben! 3.flohmärkte in deutschland sind zu anstrengend! carboot sales in england können immer mal wieder überraschen, ansonsten hat man ja seine kollegen, mit den tauscht mann. 4. eigentlich ist das tagesform abhängig.am schlimmsten ist es, wenn du eine nummer im ohr hast die du jetzt unbedingt haben musst (ohne die nichts mehr geht) 5. sammler bin ich nicht wirklich, ich will gute platten!keine bestimmten labels/artists vollständig.das hatte ich mal mit jimmy smith gemacht - meine bude war voll mit dem, aber eigentlich langweilig......wäre das nicht schön, nur 500 platten - alle gut und keiner kennt die.....das wäre klasse und praktisch! 6. meine absolut günstigste scheibe: Quinteplus (emi argentinien) heiße latin jazz scheibe - derbe produktion 1.- Gulden in Venlo!! ich denke, dass ich 900gbp dafür kriegen könnte. 7. gehe auf die diverse soulseiten (www.raresoulman.co.uk) da kannst du gut in den sound reinhören und dann die scheiben über ebay/listen/flohmärkte etc suchen und gezielt preiswert kaufen!! nicht mit unspektakulären `naja´ aufhalten!! Pascal Schäfer (Sin & Soul Rec./Kalk Pets, Rare Groove Connaisseur, Produzent und Electronica-DJ - Köln) 1 - erstes diggin anfang der 80`s von Omas Geld in pariser Vinylshops : Jazz 33`s, 45`s, 78`s. Erste Flohmärkte ab 1984 (Wuppertal-Vohwinkel nachts mit Taschenlampe looking for orig. Prestige/BlueNote etc...) 2 - von pure Jazz über 1950`s Latin, Rhythm & Blues, Soundtrack zu Soul/Funk und seit ca. 10 Jahren Library-Vinyl. Mittlerweile auch alte Electronic/House 12-Inches.(Planet E, Nu Groove etc....) 3 - beste Spots immer noch in Paris, da gibts noch Schnäppchen (Geheim!) und natürlich Benelux (Amsterdam, Brüssel...). Für praktisch natürlich Ebay, Preise aber teilweise total durchgeknallt. Scheiß Fascho-Collectors. 4 - Diggin hat man im Blut oder nicht, man muß Risikobereit sein und Scheiben auch auf Verdacht checken, da gibts dann die besten resultate. Mut vor allem im Bereich Disco, cheasy 80`s Elektronic, obscure JazzRock... 5- weil selber Produzent kann ich mit jeder Scheibe etwas anfangen. samplen gehört auf jeden fall dazu,kann sogar ein kratzer sein, oder auf einer Scheibe ist mindestens ein Hammer Track to spread. 6 - letzter Hammerfund auf Kölner Antikmarkt. Wie von Geisterhand die 14 besten Apollo Rec. Libraries(Colours in Rhythm) in einer Wanne, Polish Jazz/Easy/Funk vom feinsten für komplett 20 Euro, alles klar....? Das gleiche vor ca. 3 Jahren auf gleichem Markt mit Omnimusic Libraryknallern.thanks!!! 7 - ............ Danny Breaks (Alphabet Zoo, Droppin` Science R.I.P., DJ, Turntabelist, Producer - Eastwood/UK) 1. I guess I got into it around 86/87, my first memories of loving someone cutting up breaks was jazzy jay rocking doubles of `black grass´ 2. It started with the drum break with a good music stab intro then I justed wanted straight drums. 3. I prefer charity shops for the cheapness these days but occasionally hook up with dealers for convenience and definately love the european digs for all the different shit you can find. 4. Mainly instrumentation, I dont care if the artist played it sloppy, it normally sounds funkier with amateur musicians. 5. I`d say I`m more producer, kinda dj and low scale collecter, I mainly dig for stuff to sample so I can turn it into something to produce then dj. 6. In France, a town called Nancy, I got a bunch of original pressings of the classic Pierre Henry `Bejart´ for a few euros each. I know it`s been reissued but it`s one of my favourite records and one of my main inspirations. Also my homeboy Gabor from Hungary took me on a wicked tour of Budapest and hooked me up with a serious amount of Hungarian breaks for cheap cheap prices! Also the time you took me to that shop in Vienna and we got loads of stuff cheap, that was dope, too many nice finds!! 7. Go to a place where you can listen to shit then pick up whatever you fancy, there`s tons of good shit out there!!!
Preddy für Message Mag #27 [2006]
C-Diggers Choice Teil 2 Ha, moment mal. Da machen wir Ruhig noch ein bißerl weiter an der wir im letzten Mag aufgehört haben. Tipps und Antworten zum Thema Diggen von drei Vinylabhängigen sind definitiv zu wenig. Da sollten ruhig noch paar andere Spezialisten ihren höchspersönlichen Senf abgeben. DJ Friction (Freundeskreis, Four Music Stuttgart/DE) 1. Wann mit dem Diggen infiziert? sammle seit 1985 2. Liebling Styles/Sounds? Wohin über die Jahre verlagert? Schon immer Discofunk-Boogie. Die letzten Jahre viel early Oldschool Rap und fehlende Electro-Funkgeschichten. In letzter Zeit auch vermehrt ein bißchen nach Italo-Boogie und frühe Electronic-Disco Sachen gediggt. 3. Lieblingspots zum Diggen? Belgien(Antwerpen) fand ich bisher mit am besten. Aber ich halte in jeder Stadt/jedem Land ausschau nach Spots. Am meisten habe ich aber sicherlich die letzten jahre über Ebay gekauft (mach ich zur zeit aber zum glück nicht mehr). 4. Auf was achtest? Jahr, Label, Namen - Musiker, Producer, Artists...wenn man aber irgendwann bei den wirklich raren Platten ankommt schaut man nach den obskuren, unbekannten Labels, Namen, etc. 5. Sammler, DJ, Produzent? Welchen Unterschied beim Diggen macht das bei dir aus? Zum Samplen kauft man halt auch Platten die zum Auflegen nicht zu gebrauchen sind, da kann man ja so ziemlich aus allem was rausholen. Aus reiner Sammelleidenschaft kauft man sich oft auch platten die man fast nie auflegen kann...Am meisten Befriedigung bringen schon Platten die a. gut sind, b. rar sind und die man c. auch mal auflegen kann. 6. Best Dig. Günstigste geschossene Scheibe? Wo, wenn du dich daran erinnern kannst... So aus dem stehgreif fällt mir da ein: Lonnie Love (aka Mr. Hyde) - Young Ladies (original NIA press, 1980) für 1 oder 2 Franken in Zürich auf\'m Flohmarkt. 7. Tip. Diggin\' ist schlecht für deinen Geldbeutel führt ins Bodenlose und kann dich von deinem sozialen Umfeld isolieren. und - es gibt sehr viel furchtbar schlechte Platten die für viel Geld gehandelt werden aus dem einzigen grund weil sie ultra-rar sind. Etwas was rar ist muss nicht zwangsläufig gut sein (kann aber, hehe)...und noch ein tip : checkt mal www.ebonycuts.net
Euan Fryer (MotherFunk, Jazzman Records/UK) 1. When did this diggin illeness started? I started going to Cancer Research shops and jumble sales when I was pretty young, younger than nine. 2. Favourite Styles/Sounds? did they changed over the years? My taste always changes one month im collecting folk Lps the next im buying African 45s or Deep Soul, funk45 is my main area of interest. I think it would be to boring for me to collect one genre, im not a stamp collector im a music lover and whenever I hear something new I like ive got to find more. 3. Favourite diggin spots? Utrect record fair is great fun, and the flea markets in New York always turn up lots of great battered records. Ebay may not be popular but ive got amazing record of there cheap I could have spent a lifetime looking for. 4. What makes an record interesting for you? Well it has to be good, a tasty label is nice but no good if the record is shit. 5. Collecter, Producer, DJ? Are there any differences for you when it comes to digging? There is a difference as you will look for maybe a break or a sample if you`re a producer and a dj will look for whole tracks he can play, most of the great drum breaks don\'t come from great records. 6. Dest Dig/s, Cheapest price for a rare record? Where, if you remember? Cheapest rare record would probably be stuff I picked up while licencing music from the original artists and they have given me a copy. I picked up some nice fela stuff for like 20p each when I was a alot younger, I though it was disco till I listened to it. 7. Diggin tip! Talk to people, and enjoy talking to people. Talking to people will get you places you had not heard off and that\'s the way to find good records. Ohh and hard work, get up early!! Florian Keller (Party Keller, Into Something München/DE) 1. Wann mit dem Diggen infiziert? Mit 12, als ich fuer mich entdeckt habe, dass es auf 45`s noch mehr musik gibt, die klingt wie james brown. 2. Liebling Styles/Sounds? Wohin über die Jahre mehr verlagert? Erst funk, bis heute funk! Das einzige, was sich stets verändert, ist der Bezug, den Funk in anderer Musik entdecken zu können. So kam mit 14 Kraftwerk & Elektro, mit 18 Jazz, dann Reggae und erst viel spaeter Boogie/ Disco (und somit Old School Hiphop) dazu. Ansonsten kommt mit jeder guten neuen musikalischen Idee, die entsteht etwas dazu (New School Hiphop, Acid Jazz, D&B, etc) 3. Lieblingspots zum Diggen? 1980-1990 Mailorderlisten (Hot Bisquit, Soulbrother etc), 1990 - 1997 USA-Reisen, seit 1997 Ebay, seit immer jeder Plattenladen an jedem Ort der Welt, der Vinyl hat. 4. Auf was achtest du? Auf gute Musik! Dazu Try & Error via Label, Artist, Produzent, Label-aussehen, klang des Songtitels oder der Band (`Soul...´ klingt normal etwas vielversprechender als `The Four Blind...´) 5. Sammler, DJ, Produzent? Welchen Unterschied beim Diggen macht das bei dir aus? Guter Break ist gut, gute Nummer ist besser. Sammeln tu ich in dem Sinn nicht (a la Scheissnummer auf dem raren Label oder so). Aber ich kauf alles, was ich gewinnbringend weiterveräussern kann, natürlich! 6. Best Dig, günstigste geschossene Scheibe? Wo, wenn du dich daran erinnern kannst... 2 stck Ebony Rhythm Band `Soul Heart Transplant´ fuer 10 $ vor ca. 15 jahren 7. Tip Originale sind nur dann cool, wenn sie nicht als besserklingende, viel billigere Re-Issues unterwegs sind. Leute tanzen auf das, was aus den Speakern kommt, nicht auf das Alter des Vinyls. In diesem Sinne, viel Spaß beim Stöbern und kommt mir gut ins neue Jahr!
preddy für The MESSAGE #28 [2006/07]
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