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Down With The Sound - Funk Label Check: Melting Pot Music


Preddy: Was bedeutet Melting Pot Music?

Olski: Ich wollte einen Namen der klassisch aber nicht zu clever klingt. Ich las zu der Zeit gerade "Last Night A DJ Saved My Life" von Bill Brewster und war ziemlich geflasht von den Anfängen der DJ-Kultur in New York Anfang der 70er. Wie DJ`s wie Francis Grasso, Steve D`Acquisto und David Mancuso Disco ohne Discoplatten machten und gleichzeitig am anderen Ende der Stadt Kool Herc und Bambaataa mit zum Teil denselben Platten Hip-Hop erfanden. Da ging für mich nochmal ein ganz grosses Licht an und Teile meiner Plattensammlung kamen ganz neu zusammen. Und da Melting Pot nun mal eins der beliebtesten New York-Klischees ist brauchte ich nur noch ein Music dranzuhängen. Und dann sind da natürlich noch Booker & The MGs, wobei meine Lieblingsversion von "Melting Pot", die von Boris Gardenier ist.


P: Was bedeute es für dich ein eigenes Label zu führen? Wie sind deine Erfahrungen?

 

O: Solange sich der Hustle und die Musik die Waage halten ist es ok. Je tiefer du ins sogenannte Buisness eintauchst, desto grösser ist die Gefahr, die Liebe zur Musik zu verlieren. Und wenn du dich einer Nische wie MPM bewegt musst du sehen, dass das auch noch andere Einnahmequellen hast.

 

P: Wieso 7"es?

 

O: 45s sind hip, oder? Man kann sie nicht downloaden dafür aber relativ billig verschicken und beim Auflegen ist man mit weniger Gepäck unterwegs. Ausserdem sind sie nun mal das Format für Funk. Ihr Nachteil: man kann sie schlecht mixen und die meisten Plattenläden verkaufen keine.

 

P: Wie würdest du den typischen Melting Pot Sound beschreiben? Nach welchem Maßstab veröffentlichst du Tracks?

 

O: Einen Sound gibt es nicht. Entscheidend ist für mich ob ich mir die Platte selbst kaufen würde. Das die meisten Platten von Bands im klassischen Sinne sind spiegelt natürlich meinen Geschmak wieder. Die einzige neue Musik die ich mir kaufe ist Hip-Hop aber Indie-Rap-Label gibt es glaube ich mehr als genug. So gesehen ist MPM ist für mich ein Hip-Hop Label das keinen Hip-Hop veröffentlicht aber genug Breaks hat.

 

P: Die erste Compilation auf deinem Label war ja dem französischem Pop gewidmet. Wie kam es dazu und wie passt die erste Compilation zu den Funk-Dingern die momentan auf Melting Pot erscheinen?

 

O: "Le Pop" war ein Zufall. Als ich mit dem Label in den Startlöchern stand fiel mir ein Tape mit neuen französischen Popsachen in die Hände. Ich kannte nichts davon, fand die Sachen aber gut und auch die Idee mit einer Platte zu starten, die nichts mit dem zu tun hat was ich sonst so höre. Also setzte ich mich den zwei Jungs die das Tape gemacht hatten zusammen und 12 Monate später gab es "Le Pop".

 


P: Woher komme deine Artist? Wie bist du auf Bands wie Lefties Soul Connections, Queen Eve etc...gestossen, kann man vielleicht sagen entdeckt?

 

O: Die Lefties habe ich während einer DJ-Tour mit Egon von Stones Throw in Amsterdam kennengelernt. An Queen Eve & The Kings bin ich über Mad Mats von Raw Fusion gekommen aber im Grunde ist MPM ein Internet-Label. Ohne das Netz wäre ich mit den meisten Bands und Produzenten mit denen ich heute arbeite nie in Kontakt gekommen. Die kommen aus Paris, Copenhagen oder Amsterdam. Wenn man sich dann zum ersten Mal in der richtigen Welt trifft ist das immer sehr spannend.

 

P: Was wird es auf Melting Pot noch alles geben? Wohin soll die Reise gehen?

 

O: Keine Ahnung. Am meisten wird in der nächsten Zeit mit Lefties Soul Connection und Soul Village passieren. Daneben sind auch ein paar Reissues in der Mache und eine Compi.

 

P: Wie lange beschäftigt sich Olski eigentlich schon mit Breaks?

 

O: Buying old records is a habit und daran hat sich in all den Jahren nichts geändert. Ist eher noch schlimmer geworden. Soul und Funk habe ich schon gehört bevor es mit dem Sampling losging und so sehr ich auf Breaks stehe sind mir Songs noch wichtiger.

 

P: Seit wann legst du auf? Wo und wie hast du mit dem Drehen angefangen?

 

O: Richtig angefangen habe ich so um 1990 im Logo in Bochum zusammen mit meinem alten Freund Ingo Sänger. Damals haben wir so ziemlich alles von Public Enemy über Soul II Soul bis Todd Terry gespielt.

 

P: Wie würdest du deinen Auflege-Style beschreiben?!

 

O: Wenn die Party gut ist soulful, versatile und funky. Soul, Funk, Hip-Hop, Boogie und immer gerne auch Sachen die nicht für die Disco gemacht sind aber rocken. Das kann dann Steve Miller Band, The Clash und Cody Chestnutt sein aber auch Jose Feliciano , Knut Kiesewetter oder Steel Band Funk.

 

P: Was macht Olski noch?

 

O: Schreiben.

 

P: Wie siehst du als langjähriger Musik-Journalist, DJ & Label-Besitzer Musik im allgemeinen? War früher alles besser? Was hat sich geändert? Was bringt dich dazu dich weiterhin jeden Tag aufs neue mit Musik zu beschäftigen?

 

O: Früher war vieles anders und manches leichter. Vielleicht waren wir aber auch nur jünger. Mit Musik und all dem was daran hängt Geld zu verdienen war in den 90ern auf jeden Fal einfacher. Eine wichtige Veränderung für mich persönlich ist das ich mein Musik-Ding heute dank Internet fast weltweit machen kann. Das ist spannend und birgt Möglichkeiten, die vor zehn Jahen noch undenkbar waren. Ansonsten gibt es nach wie vor viel zu viel Musik zu entdecken. Wie soll man da Aufhören ?

 

P: Und zum Schluß bitte noch deine All-Time-Top-10, wenn das überhaupt möglich ist?

 

O: Hab`s versucht: geht echt nicht. Sorry !

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MELTING POT MUSIC DISCOGRAPHY

  • Olski - Soul Power (CD) MPM 001
  • V/A - Le Pop (CD/LP) MPM 002
  • Lefties Soul Connection - Doin\' The Thing (45 single) MPM
  • V/A - Carhartt Fusion Forum III (Promo only CD) MPM 004
  • Massak - Live! (12\" single) MPM 005
  • Queen Eve & The Kings - All Hail The Queen (45 single) MPM 006
  • V/A - Carhartt Old New Soul (Promo only CD) MPM 007
  • Lefties Soul Connection - Bouncing Ball (45 Single) MPM 008
  • Lefties Soul Connection - Dutch Soul Food (CD) MPM 009
  • Soul Village - Everybody Loves The Sunshine (45 Single) MPM 010

 

[Preddy for The Message Mag Issue #19 | 2004]



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Message Mag #19

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still available.
Features: Max Herre, J-Zone, Samy Deluxe, Mista Sinista, Loomit, A.Geh, Melting Pot Label Check...

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